Aktuelles aus dem Institut

Hier finden Sie alle Neuigkeiten rund um das gemeinwohlorientierte Zukunftsinstitut Gesundheitswirtschaft.

Radikaler Denkansatz und Arbeit am einzigartigen Profil

Rund 30 Gesundheitsexperten diskutierten am Freitag, 13. Januar 2017, die künftigen Forschungsthemen des gemeinwohlorientierten Zukunftsinstituts Gesundheitswirtschaft …


Zukunftsinstitut arbeitet in einem Workshop erste Konturen für Forschungsfelder heraus

Nach der Methode des World Café diskutierten rund 30 Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitswirtschaft über zukünftige Forschungsthemen des gemeinwohlorientierten Zukunftsinstituts Gesundheitswirtschaft. Dabei wurde auch deutlich: Das Profil des Instituts soll in der Forschungslandschaft einzigartig und von einem besonderen Denkansatz geprägt sein.

Die Gesamtmoderation des Workshops lag bei bei Tomas Pfänder (Unity), die Moderation der einzelnen Themen an den vier Diskussionstischen bei Dr. Birgit Daglinger (Ferring Arzneimittel), Rüdiger Herbold (ZeQ), Peter Herrmann (i-SOLUTIONS Health) und Tomas Pfänder.   

Die vier Diskussionstische wurden im Rahmen des Workshops stetig personell neu besetzt, so dass ganz unterschiedliche Perspektiven in die Themen eingingen. Über allem stand die Vision von einer Gesundheitsversorgung im Jahr 2030 und wie sie in unterschiedlichen Bereichen aussehen kann. Dabei sollte auch bewusst radikal und abseits bestehender Strukturen diskutiert werden.

Versorgungsforschung war das Thema eines Tisches. Dort wurden unterschiedliche Aspekte von Prävention, Klinikhygiene, „Reparatur-Medizin“, psychologischer Arbeitsbelastung, Datengewinnung und -bearbeitung sowie der Vernetzung und Auswertung von Patientendaten diskutiert. Weitere Themen waren unter anderem, dass Versorgungsforschung mehr PR und eine stärkere Lobby benötige, sowie die Frage, ob es eine Verpflichtung zur Versorgungsforschung geben könne und solle und ob eine Verweigerung von Menschen negative Folgen für diese zeitigen müsse.

Ein nächster Tisch befasste sich mit Fragen der Digitalisierung: Es ging zum einen um Prozesse beispielsweise der Datenerzeugung und der Bewältigung der zu erwartenden Datenflut. Thematisiert wurden weiter zum Beispiel die Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis, wo die Analysekompetenz zu verorten sei, wie Ergebnisqualität gemessen werden könne und welche Bedeutung global player wie Google haben werden, die außerhalb der traditionellen und etablierten Institutionen Daten sammeln und verwerten. Und schließlich ging es um Fragen der Regulierung und auch der Bildung: Denn, sind Patienten überhaupt in der Lage, mit den Informationen aus Daten selbstbestimmt und informiert umzuge hen oder handelt es sich um ein Elitenthema, und wie ist Entscheidungsfähigkeit zu organisieren?

In einem dritten Themenkomplex ging es um Gesundheitsversorgung und institutionalisierte Prozesse. Doppelstrukturen in der Versorgung, hohe Intransparenz und Bürokratie, die faktische Behinderung der sektoren-übergreifenden Patientenversorgung wurden für den deutschen Ist-Zustand diagnostiziert. Und die Frage gestellt: Was bedeutet Versorgung 2030 insbesondere in der Fläche vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung? Was wird benötigt, wo entstehen neue Ansprüche? Denn derzeit werde Krankheit gemanagt – wie komme man nun aber dahin, Gesundheit zu organisieren? Patienten agieren zunehmend individuell – auch im Gesundheitssystem. Digitalisierte Angebote ersetzen zum Teil ärztliche Leistungen. Zusammengefasst mündete das in der Frage: Gibt es für Deutschland überhaupt eine Vision, existieren Gesundheitsziele?

Und schließlich dreht sich der letzte Themenkomplex um Medizintechnologie und darum, wie sich verschiedene Megatrends in der Gesamtheit auf die Gesundheitsversorgung von morgen auswirken. Die Zukunft der Pharmaindustrie im Hinblick auf individualisierte Medizin, die Zurückdrängung des Lobbyismus, das Verhältnis von Ethik und Wirtschaften, die Verantwortung des Patienten für seine Gesundheit, die Stärkung von Gesundheitskompetenz sowie die Richtung, in die sich Gesundheitsversorgung entwickeln soll, waren weitere Teilaspekte der Debatte.

Im nächsten Schritt sollen diese Ergebnisse strukturiert, zu stringenten Themen verdichtet und schließlich priorisiert werden. Ziel ist es dann, konkrete Forschungsfelder heraus zu destillieren, die von Relevanz und Zukunftsbedeutung sind, aber zugleich auch für den einzigartigen übergreifenden Blick des gemeinwohlorientierten Zukunftsinstituts Gesundheitswirtschaft stehen.

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